Gendiagnostikgesetz

Das Bundesgesetz über genetische Untersuchungen am Menschen (GUMG) bestimmt, unter welchen Voraussetzungen genetische Untersuchungen beim Menschen durchgeführt werden dürfen. Die Expertenkommission für genetische Untersuchung beim Menschen (GUMEK) überprüft die Weiterentwicklung der genetischen Diagnostik, gibt Empfehlungen ab und soll Gesetzeslücken identifizieren.

Zweck des Gesetzes

  • Schutz der Menschenwürde und der Persönlichkeit
  • Verhinderung des Missbrauchs von genetischen Untersuchungen
  • Erlass allgemeiner Grundsätze in Bezug auf genetische Untersuchungen
      

Die wichtigsten Punkte

  • Die Zustimmung zu einem Gentest muss vorliegen.
  • Die betroffene Person muss aufgeklärt werden.
  • Jede Person hat das Recht auf Nichtwissen.
  • Genetische Untersuchungen dürfen nur durchgeführt werden, wenn sie einem medizinischen Zweck dienen.
  • Genetische Untersuchungen dürfen nur von ÄrztInnen veranlasst werden.
  • Für eine genetische Beratung muss gesorgt sein.
  • Es ist verboten, das Geschlecht des Embryos oder des Fötus zu einem anderen Zweck als der Diagnose einer Krankheit festzustellen.
  • Versicherungseinrichtungen dürfen keine genetische Untersuchung verlangen. 
  • Der Arbeitgeber darf keine genetischen Untersuchungen verlangen. 
  • Gentests zur Abstammung dürfen nur mit schriftlicher Zustimmung der betroffenen Person erstellt werden.
 

Das GUMG wird revidiert. Der Gesetzesentwurf wurde am 5. Juli 2017 ans Parlament überwiesen (Unterlagen siehe rechte Spalte). Im Januar 2018 findet ein Hearing der Wissenschaftskommission des Nationalrates statt. Danach geht der Gesetzesentwurf durch die Gremien. Neu sollen jetzt auch Gentests für nicht medizinische Zwecke geregelt werden. Der Entwurf weist Regelungslücken auf.